Reiselage am 2. November 2026
Reisewarnung Region: Oromia (Zone Jimma)
Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in diese Region. Dieser Text beschreibt den Ort und seine Geschichte. Er ist keine Empfehlung, jetzt dorthin zu reisen. Maßgeblich ist immer die aktuelle Fassung beim Auswärtigen Amt (öffnet neues Fenster). Hintergründe sammelt die Seite Sicherheit und Reisehinweise für Äthiopien.
Wo Jimma liegt
Jimma liegt rund 350 Kilometer südwestlich von Addis Abeba im Regionalstaat Oromia, auf etwa 1.700 Metern Höhe. Jimma ist Kaffeeland: Die Gegend ist feucht und grün, es regnet viel, und die Temperaturen sind mild. Rund um die Stadt wechseln sich Felder, Wälder und Gärten ab, in denen unter hohen Bäumen Kaffee wächst. Nach dem regen dampfen die Hügel, und die Luft riecht nach Erde und Blättern. Die Stadt selbst ist ein lebhaftes regionales Zentrum mit Märkten, Moscheen, Kirchen und einer großen universität.
Das Königreich von Abba Jifar
Im 19. Jahrhundert entstanden im Südwesten mehrere kleine Königreiche der Oromo, die nach dem Fluss Gibe benannt werden. Das mächtigste war Jimma, ein altes Handelszentrum an wichtigen Karawanenwegen. Seine Herrscher waren Muslime, und unter ihnen wurde der Islam in der Region stark verbreitet. Reich wurde das Königreich durch Handel, vor allem mit Kaffee, Elfenbein, Gold und Sklaven. Auf den Märkten trafen sich Händler aus vielen Teilen des Landes.
Als Abba Jifar II. 1878 den Thron bestieg war Jimma bereits ein bedeutender Handelsplatz. Wenige Jahre später dehnte Kaiser Menelik II. seine Herrschaft nach Süden aus. Weil er sich Menelik früh unterwarf behielt Abba Jifar weitgehend die Kontrolle über sein Reich und zahlte dafür Tribut. Erst nach seinem Tod 1932 wurde Jimma vollständig in den äthiopischen Staat eingegliedert. Wie Menelik das Land vergrößerte, erzählt die Seite Geschichte Äthiopiens.
Der Palast
Was vom alten Königreich geblieben ist steht auf einem hügel wenige Kilometer außerhalb der Stadt. Der Palast von Abba Jifar ist ein zweistöckiges Gebäude aus dunklem holz mit Galerien, Holzschnitzereien und einer kleinen Moschee daneben. Er wurde in den letzten Jahren restauriert und ist ein Zeugnis einer Bauweise, die es in Äthiopien kaum noch gibt. In der Stadt zeigt ein kleines Museum Gegenstände aus dem Besitz des Königs, darunter Möbel, Waffen und Hausrat.
Kaffee aus dem Südwesten
Wer an äthiopischen Kaffee denkt denkt meist an Yirgacheffe oder Sidamo. Der Südwesten um Jimma gehört aber zu den größten Anbaugebieten des Landes. Ein großer Teil des Kaffees aus dieser Gegend wird traditionell getrocknet, also mit der ganzen Kirsche in der Sonne, und unter dem Namen Jimma oder Limu gehandelt. Er gilt als kräftig und erdig. Weiter westlich, in der Region Kaffa, wächst Kaffee noch wild in den Bergwäldern. Ein Teil dieser Wälder ist als Biosphärenreservat der UNESCO geschützt. Mehr zu den Anbaugebieten steht auf der Seite Äthiopische Kaffeesorten.
Wenn die Kaffeekirschen reif sind färben sich die Sträucher rot, und in den Dörfern beginnt die Ernte. Viele Familien bewirtschaften nur kleine Flächen im schatten der Bäume, oft gemeinsam mit Korarima, Bananen und Enset. Wie die Kaffeezeremonie abläuft, erklärt die Seite über Kaffee und Kaffeezeremonie.
Universität und Musik
Heute prägt die Universität Jimma das Stadtbild. Sie gehört zu den größeren Hochschulen des Landes und ist bekannt für Medizin und öffentliche Gesundheit. Studierende aus vielen Regionen bringen Leben in die Cafés und Straßen. Jimma ist außerdem die Geburtsstadt des Musikers Mulatu Astatke, der als Vater des Ethio-Jazz gilt. Seine Geschichte erzählt die Seite Ethio-Jazz und Mulatu Astatke.
Markt und Küche
Wie in vielen Städten des Südwestens ist der Markt ein guter Ort, um die Region kennenzulernen. Neben Kaffee werden dort Honig, Gewürze, Obst und Körbe verkauft. Auf den Tisch kommen in Jimma neben den bekannten Gerichten des Landes auch Speisen, die von der Küche der Oromo geprägt sind, etwa Gerichte mit Butter, Milch und Getreide. Und natürlich wird viel Kaffee getrunken, oft frisch geröstet und in der Jebena aufgebrüht. Wer eine Kaffeezeremonie in der Gegend erlebt, trinkt Kaffee buchstäblich dort, wo er wächst.
Lage und Zugang
Jimma hat einen Flughafen mit Verbindungen nach Addis Abeba. Auf dem Landweg dauert die Fahrt mehrere Stunden. Das Auswärtige Amt warnt derzeit vor Reisen in alle Zonen des Regionalstaats Oromia westlich von Addis Abeba. Ob eine Reise in die Gegend um Jimma vertretbar ist, solltest du deshalb vorher sehr genau prüfen. Dieser Text beschreibt den Ort und ist keine Empfehlung, jetzt dorthin zu fahren. Einen Überblick über alle Ziele gibt die Seite Reiseziele in Äthiopien.
Häufige Fragen
Wer war Abba Jifar?
Abba Jifar II. war von 1878 bis 1932 König von Jimma, einem muslimischen Königreich der Oromo im Südwesten. Sein hölzerner Palast steht bis heute.
Ist Jimma ein Kaffeegebiet?
Ja, der Südwesten um Jimma gehört zu den größten Anbaugebieten Äthiopiens. Der Kaffee wird oft als Jimma oder Limu gehandelt.
Quellen
- Encyclopaedia Aethiopica, Artikel Ǧimma und Abba Ǧifar
- Herbert S. Lewis: A Galla Monarchy. Jimma Abba Jifar, Ethiopia 1830 bis 1932, Madison 1965
- UNESCO: Kafa Biosphere Reserve
- Auswärtiges Amt: Äthiopien, Reise- und Sicherheitshinweise, Stand 3. November 2026
Stand der Angaben: 3. November 2026



