Zuerst: reisemedizinische Beratung

Der wichtigste Schritt ist ein Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt, die sich mit Reisemedizin auskennen. Das können Tropeninstitute, reisemedizinisch geschulte Hausarztpraxen oder Gesundheitsämter sein. Vereinbare einen termin am besten sechs bis acht Wochen vor der Abreise, weil manche Impfungen mehrere Dosen brauchen. Dort wird geklärt, welche Impfungen für dich sinnvoll sind, ob du Malariamittel brauchst und welche Medikamente du mitnehmen solltest. Das hängt von deiner Gesundheit, deinem Alter, der Reisezeit und den Regionen ab. Pauschale Pläne aus dem Internet ersetzen das nicht. Wer eine Äthiopien-Reise gut vorbereiten will, nimmt zu diesem Termin am besten den Reiseverlauf mit, also Orte, Höhenlagen und Reisezeit.

Gelbfieber

Bei einer direkten Einreise aus Deutschland ist nach Angaben des Auswärtigen Amts keine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben. Wer aus einem Gelbfiebergebiet einreist oder dort mehr als zwölf Stunden im Transit war, muss eine Impfung nachweisen. Das gilt für alle ab einem Alter von neun Monaten. Ob eine Impfung für deine Reise trotzdem sinnvoll ist, klärst du in der Beratung.

Malaria

Malaria ist das wichtigste Gesundheitsrisiko in vielen Landesteilen. Unterhalb von 2.500 Metern besteht nach Angaben des Auswärtigen Amts ganzjährig ein hohes Risiko, und zwar im ganzen Land. Das schließt auch bekannte Orte wie Lalibela ein. In Addis Abeba und in Höhenlagen über 2.500 Metern ist das Risiko gering. Der größte Teil der Fälle wird durch den gefährlichsten Erreger verursacht, der unbehandelt schnell lebensbedrohlich werden kann.

Wer in tiefer gelegene Gebiete reist braucht einen konsequenten Mückenschutz: Mittel für die Haut, lange kleidung am Abend, ein Moskitonetz zum Schlafen. Ob zusätzlich vorbeugende Tabletten oder ein Notfallmedikament sinnvoll sind, entscheidest du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Wenn du nach der Reise Fieber bekommst auch Wochen später, geh zum Arzt und sag, dass du in Äthiopien warst. Das kann Leben retten.

Neben Malaria übertragen Mücken in Äthiopien auch andere Krankheiten, etwa Dengue und Chikungunya. Gegen die meisten davon hilft vor allem guter Mückenschutz, auch tagsüber.

Höhe und Sonne

Addis Abeba liegt auf etwa 2.400 Metern, viele Orte im Hochland noch höher. Die meisten gesunden Menschen vertragen das gut, merken aber in den ersten Tagen, dass sie schneller außer Atem sind, schlechter schlafen oder Kopfschmerzen haben. Ein ruhiger erster Tag, viel trinken und wenig Alkohol helfen. Wer Herz- oder Lungenerkrankungen hat, sollte die Belastung vorher mit dem Arzt besprechen. In sehr hohen Lagen wie im Simien-Gebirge oder in den Bale Mountains, auf über 4.000 Metern, kann eine Höhenkrankheit auftreten. Langsam aufsteigen ist dort wichtig.

In der Höhe ist die sonne viel stärker als in Deutschland, auch wenn es kühl ist. Sonnencreme mit hohem Schutz, Hut und Sonnenbrille gehören ins Gepäck. Wie sich Hochland und Tiefland im Klima unterscheiden, steht auf der Seite Hochland und Tiefland.

Essen, Wasser und Hygiene

Durchfall ist die häufigste Reiseerkrankung. Leitungswasser solltest du nicht trinken. Wasser in verschlossenen Flaschen oder gefiltertes Wasser ist sicherer, auch zum Zähneputzen. Was gekocht, geschält oder gut durchgebraten ist ist meist unproblematisch. Bei Salaten, rohem Gemüse und ungeschältem Obst ist Vorsicht angebracht.

Eine Besonderheit der äthiopischen Küche ist rohes Fleisch, etwa bei Kitfo, das oft roh oder nur leicht erwärmt serviert wird. Für viele Menschen im Land ist das eine Delikatesse. Für Reisende bergen rohes fleisch und rohe Milchprodukte ein Risiko für Infektionen, auch durch Bandwürmer. Wer es probieren möchte, kann Kitfo meist auch durchgegart bestellen. Mehr zum Gericht steht im Glossar unter Kitfo. Hepatitis A und Typhus werden über verunreinigte Lebensmittel und Wasser übertragen. Ob Impfungen dagegen sinnvoll sind, gehört in die Beratung.

Tiere und Wasser

Tollwut kommt in Äthiopien vor, vor allem bei Hunden, aber auch bei Affen und anderen Tieren. Streichle keine Tiere, auch wenn sie zahm wirken. Wer gebissen oder gekratzt wird sollte die Wunde sofort gründlich mit Seife und Wasser auswaschen und noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen. Impfstoffe für die Behandlung nach einem Biss sind im Land nicht überall verfügbar. Auch Giftschlangen, Skorpione und giftige Spinnen kommen vor, Gegengifte gibt es nur begrenzt.

In vielen Seen, Flüssen und Bewässerungskanälen kommt Bilharziose vor. Die Erreger dringen beim Baden oder Waten durch die Haut ein. Kontakt mit Süßwasser solltest du deshalb meiden. Mehr dazu auf der Seite zu den Seen im Rift Valley.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung in Äthiopien ist nach Angaben des Auswärtigen Amts nicht mit Deutschland vergleichbar. Notfall- und Grundversorgung gibt es in Addis Abeba in großen staatlichen Krankenhäusern und einigen Privatkliniken. Außerhalb der Hauptstadt fehlt es vielerorts an Fachpersonal und Ausstattung. Größere planbare Eingriffe sollten in Europa stattfinden.

Gefälschte medikamente kommen vor. Nimm deshalb alle Medikamente, die du regelmäßig brauchst, in ausreichender Menge mit, im Handgepäck und mit Rezept oder ärztlicher Bescheinigung. Eine Auslandskrankenversicherung, die einen medizinisch notwendigen Rücktransport abdeckt, ist dringend zu empfehlen. Prüfe, ob sie auch in Gebieten mit Reisewarnung gilt. Mehr dazu auf der Seite Sicherheit und Reisehinweise.

Luft in Addis Abeba

In Addis Abeba ist die Luft durch Verkehr, Bauarbeiten und Kochfeuer oft belastet, besonders bei bestimmten Wetterlagen. Für Menschen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen ist das ein Punkt, den sie vorher mit ihrem Arzt besprechen sollten.

Kurz vor der Abreise

Bevor du losfährst prüfe diese Punkte:

  • Reisemedizinische Beratung erledigt, Impfstatus und Impfpass geprüft
  • Entscheidung zu Malaria getroffen, passend zu deinen Reisezielen
  • Mückenschutz, Sonnenschutz und eine kleine Reiseapotheke nach ärztlicher Empfehlung eingepackt
  • Eigene Medikamente in ausreichender Menge mit Bescheinigung im Handgepäck
  • Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport abgeschlossen

Was sonst ins Gepäck gehört, steht auf der Seite Packliste für Äthiopien.

Häufige Fragen

Gibt es in Addis Abeba Malaria?

Das Risiko ist in Addis Abeba und in Höhenlagen über 2.500 Metern gering. Unterhalb davon besteht im ganzen Land ganzjährig ein hohes Risiko.

Ist eine Gelbfieberimpfung Pflicht?

Bei direkter Einreise aus Deutschland nicht. Wer aus einem Gelbfiebergebiet kommt oder dort länger als zwölf Stunden im Transit war, braucht einen Nachweis.

Kann ich das Leitungswasser trinken?

Besser nicht. Trink Wasser aus verschlossenen Flaschen oder gefiltertes Wasser.

Quellen

  • Auswärtiges Amt: Äthiopien, Reise- und Sicherheitshinweise, Abschnitt Gesundheit, Stand 2. November 2026
  • Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG): Empfehlungen zur Malariavorbeugung
  • Robert Koch-Institut: Reiseimpfungen und STIKO-Empfehlungen
  • Weltgesundheitsorganisation: International Travel and Health, Länderangaben Äthiopien

Stand der Angaben: 3. November 2026