Brot für besondere Tage
Im Alltag essen die meisten Familien im Hochland Injera. Dabo, das gebackene Brot, ist dagegen eher etwas für besondere Anlässe. Es wird zu Feiertagen wie Meskel, Genna oder Fasika gebacken, zu Taufen, Hochzeiten und religiösen Festen. In vielen Familien ist das Backen dann ein Ereignis, bei dem mehrere Generationen in der küche stehen. Welche Feste das Jahr prägen, zeigt die Seite Äthiopische Feste und Feiertage.
Es gibt viele regionale Formen. Ambasha, im Norden und in Eritrea auch Himbasha genannt, ist ein flaches, rundes Brot mit eingeritztem Radmuster. Andere Dabo werden höher gebacken, manchmal in Blätter gewickelt und in einem Erdofen gegart. Das Rezept hier orientiert sich an Ambasha und lässt sich gut im normalen Backofen machen.
Das Rezept
Dabo im Stil von Ambasha
Zutaten
- 500 g Weizenmehl Type 550
- 1 Päckchen Trockenhefe (7 g)
- 1 EL Zucker
- 1 TL Salz
- 1 TL gemahlener Koriander
- 1/2 TL gemahlener Bockshornklee
- 1/2 TL gemahlener Kardamom oder Korarima
- 3 EL Öl
- etwa 300 ml lauwarmes Wasser
- zum Bestreichen: 1 EL Öl oder Niter Kibbeh, nach Belieben eine Prise Berbere
Zubereitung
- Mehl, Hefe, Zucker, Salz und Gewürze in einer Schüssel mischen.
- Öl und Wasser dazugeben und 8 bis 10 Minuten zu einem weichen, glatten Teig kneten.
- Abgedeckt an einem warmen Ort etwa eine Stunde gehen lassen, bis sich der Teig sichtbar vergrößert hat.
- Den Teig kurz durchkneten und in einer gefetteten Springform von 26 cm oder auf einem Backblech zu einem runden, etwa 3 cm hohen Laib drücken.
- Mit einem Messer ein Muster einritzen: einen Kreis in der Mitte und davon ausgehend Strahlen wie bei einem Rad.
- Weitere 20 Minuten gehen lassen. Den Ofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Etwa 35 bis 40 Minuten backen, bis das Brot goldbraun ist und beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt.
- Noch warm mit Öl oder Gewürzbutter bestreichen, nach Belieben mit einer Prise Berbere.
Die Gewürze
Was Dabo von einem normalen Weißbrot unterscheidet, sind die Gewürze. Koriander gibt eine leicht zitronige Note, Bockshornklee einen warmen, leicht bitteren Unterton und Kardamom oder Korarima einen frischen Duft. Die Mengen sind bewusst zurückhaltend, damit das Brot zu süßen und herzhaften Beilagen passt. Manche Familien geben noch Schwarzkümmel oder etwas Kreuzkümmel dazu. Mehr über die äthiopische Kardamomsorte steht im Glossar unter Korarima.
Formen und verzieren
Weil der Teig recht weich ist formst du ihn am besten direkt in der Springform. So behält das Brot seine runde Form. Für das Muster brauchst du ein scharfes küchenmesser. Ritz zuerst einen Kreis in die Mitte, dann ziehst du von dort aus Linien zum Rand, wie die Speichen eines Rades. Die Schnitte sollten nur einige Millimeter tief sein. Beim Backen öffnen sie sich leicht, und das Muster wird sichtbar.
Wer zum ersten Mal Dabo backt wird merken, dass das Brot schnell Farbe annimmt. Wenn das Brot zu schnell braun wird deckst du es nach etwa 20 Minuten mit einem Stück alufolie ab. Nach dem Backen bekommt es eine dünne schicht Öl oder Gewürzbutter, die es glänzen lässt und die Kruste weich hält.
Ein äthiopisches Festtagsbrot für zu Hause
Das Festtagsbrot muss nicht auf einen Feiertag warten. Es passt zu einem Sonntagsfrühstück, zu einem Essen mit Freunden oder als Mitbringsel bei einer Einladung. Ein ganzes, schön verziertes äthiopisches Brot macht auf dem Tisch einiges her. Wenn du es für Gäste backst, bereite den Teig am Vormittag vor. So ist das Brot rechtzeitig fertig und noch leicht warm, wenn alle kommen.
Brot und Segen
Bei religiösen Festen hat Brot oft eine besondere Bedeutung. Bevor das Brot angeschnitten wird spricht in vielen Familien die oder der Älteste ein Gebet oder einen Segen. Das erste Stück wird manchmal einem Gast oder einem besonders geschätzten Familienmitglied angeboten. Auch bei Gemeindefesten und Wallfahrten wird Dabo geteilt. Mehr zur Bedeutung von Gastfreundschaft steht auf der Seite Gastfreundschaft und Etikette.
Servieren und aufbewahren
Dabo schmeckt warm am besten, schlicht oder mit Honig. Zum kaffee passt es ausgezeichnet, ebenso zu Eintöpfen statt Injera. Was vom Brot übrig bleibt schmeckt am nächsten Tag geröstet oder in Stücken mit Gewürzbutter und Berbere, ähnlich wie bei Chechebsa. In ein Tuch gewickelt bleibt das Brot zwei Tage frisch, eingefroren mehrere Wochen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Dabo und Ambasha?
Dabo ist das allgemeine Wort für Brot. Ambasha ist eine bestimmte Form, rund, flach und mit eingeritztem Muster.
Ist Dabo vegan?
Mit Öl gebacken und bestrichen ja. Mit Gewürzbutter bestrichen nicht mehr.
Quellen
- Encyclopaedia Aethiopica, Artikel Bread und Dabbo
- Thomas Leiper Kane: Amharic-English Dictionary, Wiesbaden 1990, Einträge zu ዳቦ und አምባሻ
Stand der Angaben: 3. November 2026




