Auf einen Blick

Schreibung
ኮረሪማ
Auch geschrieben
Kororima, Korerima, Ethiopian cardamom
Botanischer Name
Aframomum corrorima
Pflanzenfamilie
Ingwergewächse
Herkunft
feuchte Wälder im Süden und Südwesten Äthiopiens
Verwendet werden
die Samen aus den getrockneten Kapseln
Geschmack
warm, harzig, leicht rauchig, mit Kardamomnote

Was Korarima ist

Korarima, auf Amharisch ኮረሪማ, ist ein Gewürz aus den getrockneten Kapselfrüchten einer Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse. Ihr botanischer Name ist Aframomum corrorima. Im Deutschen wird sie oft äthiopischer Kardamom genannt, gelegentlich auch falscher Kardamom. Mit dem grünen Kardamom aus Indien ist sie verwandt, aber nicht identisch. Die Kapseln sind größer, länglich und nach dem Trocknen braun und runzelig.

Wer eine Kapsel aufbricht findet darin viele kleine, dunkle Samen, die in einer leicht klebrigen Masse liegen. Diese Samen sind das eigentliche Gewürz. Sie schmecken warm, harzig und leicht pfeffrig, mit einer deutlichen Note von Kardamom und Eukalyptus.

Herkunft und Anbau

Korarima wächst in den feuchten Wäldern im Süden und Südwesten Äthiopiens. Die Pflanze ist eine Staude mit langen Blättern, die im schatten großer Bäume gedeiht. Ein Teil der Ernte wird wild gesammelt, ein anderer in Gärten und Waldgärten angebaut, oft zusammen mit Kaffee, der ebenfalls Schatten mag. In Regionen wie Kaffa, aus der auch viele Kaffees stammen, ist Korarima eine wichtige Einkommensquelle für kleine Bauernfamilien. Mehr über diese Landschaften steht auf der Seite Äthiopische Kaffeesorten.

Nach der Ernte werden die roten Früchte getrocknet. Weil die Kapseln oft über offenem Feuer getrocknet werden haben viele eine leicht rauchige Note. Getrocknet halten sie lange und lassen sich gut lagern und transportieren. Korarima wird auch in Nachbarländer und in den Nahen Osten gehandelt.

Wie Korarima verwendet wird

In der äthiopischen Küche steckt Korarima in vielen Grundzubereitungen. Es gehört in die Gewürzmischung Berbere, in die scharfe Würze Mitmita und in die Gewürzbutter Niter Kibbeh. Dadurch schmecken unzählige Eintöpfe und Fleischgerichte nach Korarima, auch wenn es nicht ausdrücklich genannt wird. Manche geben ein paar kapseln direkt in einen Eintopf oder mahlen die Samen frisch über ein fertiges Gericht.

Auch beim Kaffee spielt es manchmal eine Rolle. In einigen Familien kommt ein wenig Korarima in die kaffeekanne, ähnlich wie im Nahen Osten Kardamom zum Kaffee gehört. Das ist aber eher eine Vorliebe einzelner Haushalte als eine feste Regel. Wie die Kaffeezeremonie abläuft, erklärt der Glossarbeitrag Jebena.

Kaufen und lagern

Was in Deutschland als Korarima verkauft wird stammt meist aus afrikanischen Lebensmittelläden oder spezialisierten Gewürzhändlern im Netz. Das Angebot ist klein, die Qualität schwankt. Wenn du Korarima im Ganzen kaufst hält es deutlich länger als gemahlen. Die Samen löst du erst kurz vor dem Kochen aus der Kapsel und zerstößt sie. Dafür reicht ein mörser oder eine kleine Gewürzmühle. In einem dunklen Glas aufbewahrt, behalten die Kapseln ihr Aroma ein bis zwei Jahre.

Korarima in der eigenen Küche

Wer Korarima zum ersten Mal verwendet, kann es gut in einfachen Gerichten ausprobieren. Ein paar frisch zerstoßene Samen in einem Linseneintopf geben ihm eine warme, leicht harzige Note. Auch zu Reis, zu Kürbis oder zu Möhren passt das Gewürz. In Äthiopien wird es selten allein eingesetzt, sondern fast immer zusammen mit anderen Gewürzen wie Bockshornklee, Ingwer und Knoblauch.

Weil das Aroma kräftig ist, reicht wenig. Für einen Topf für vier Personen genügen die Samen aus ein oder zwei Kapseln. Wer gern backt, kann Korarima auch in Gebäck probieren, wo sonst grüner Kardamom verwendet wird, etwa in Hefezopf oder Lebkuchen. Das ist keine äthiopische Tradition, zeigt aber gut, wie das Gewürz schmeckt. Rezepte, in denen Korarima eine Rolle spielt, findest du auf der Seite Niter Kibbeh selbst machen und bei Kik Alicha.

Ersatz

Wer keinen Korarima bekommt greift zu grünem Kardamom. Er ist etwas blumiger und frischer, kommt geschmacklich aber am nächsten. Für die rauchige Note kannst du einen kleinen Teil mit schwarzem kardamom mischen, der über Feuer getrocknet wird und kräftig nach Rauch schmeckt. Ein Verhältnis von drei Teilen grünem zu einem Teil schwarzem Kardamom ist ein guter Anfang. In Rezepten auf dieser Website ist dieser Ersatz jeweils angegeben, etwa auf der Seite Berbere selbst mischen. Einen Überblick über weitere Würzen gibt die Seite Äthiopische Gewürze, weitere Begriffe sammelt das Äthiopien-Glossar.

Häufige Fragen

Ist Korarima dasselbe wie Kardamom?

Nein, aber verwandt. Korarima stammt von einer anderen Pflanze und schmeckt harziger und oft leicht rauchig.

Wo bekomme ich Korarima in Deutschland?

In afrikanischen Lebensmittelläden und bei spezialisierten Gewürzhändlern im Versand. Als Ersatz eignet sich grüner Kardamom.

Wie viel Korarima nehme ich?

Für einen Topf Eintopf für vier Personen genügen die Samen aus ein bis zwei Kapseln. Das Aroma ist kräftig, deshalb lieber vorsichtig beginnen und am Ende nachwürzen. In fertigen Mischungen wie Berbere ist die Menge schon enthalten.

Quellen

  • Encyclopaedia Aethiopica, Artikel Spices
  • Ethiopian Institute of Agricultural Research: Forschung zu Korarima (Aframomum corrorima)
  • Royal Botanic Gardens Kew: Plants of the World Online, Aframomum corrorima

Stand der Angaben: 3. November 2026