Auf einen Blick
- Schreibung
- ሚጥሚጣ
- Auch geschrieben
- Mit’mit’a, Mitmitta, Mit-mita
- Was es ist
- sehr scharfe Gewürzmischung in Pulverform
- Hauptzutaten
- kleine scharfe Chilis, Korarima, Salz
- Farbe
- orange bis ziegelrot
- Typisch zu
- Kitfo, Tibs, Fleisch und Hülsenfrüchten
- Schärfe
- deutlich schärfer als Berbere
Was Mitmita ist
Mitmita, auf Amharisch ሚጥሚጣ, ist eine sehr scharfe Gewürzmischung aus Äthiopien. Ihre Grundlage sind kleine, feurige Chilischoten, die in Deutschland oft als Bird’s-Eye-Chili oder Piri-Piri verkauft werden. Dazu kommen gemahlene Samen von Korarima, dem äthiopischen Kardamom, und Salz. Manche Mischungen enthalten außerdem Nelken, Zimt oder Kreuzkümmel. Was genau hineinkommt entscheidet die Familie oder der Händler, ein festes Rezept gibt es nicht.
Das Pulver ist meist orange bis ziegelrot und fein gemahlen. Es riecht scharf und leicht blumig, was vom Korarima kommt. Anders als Berbere, das in großen Mengen in Eintöpfe gerührt wird, nimmt man von Mitmita nur wenig. Weil die Mischung so konzentriert ist reicht oft eine winzige prise, um ein Gericht spürbar schärfer zu machen.
Mitmita und Kitfo
Am bekanntesten ist Mitmita als Begleiter von Kitfo, dem fein gehackten Rindfleisch, das mit warmer Gewürzbutter angemacht wird. Die Butter wird oft schon beim Anrichten mit Mitmita gewürzt, und zusätzlich steht eine kleine Schale mit dem Pulver auf dem Tisch. Jeder tunkt nach Geschmack hinein. Zu Kitfo gehören außerdem frischer Käse und Gomen, die die Schärfe abmildern. Mehr zu diesem Gericht und seinen Varianten steht im Glossar unter Kitfo.
Auch zu Tibs, zu gebratener Leber oder zu einfachen Gerichten aus Hülsenfrüchten wird Mitmita gereicht. In manchen Gegenden streut man es auf Brot, das in Gewürzbutter getaucht wurde. Wenn ein Gericht auf der Karte den Zusatz Mitmita trägt ist es in der Regel deutlich scharf.
Mitmita und Berbere
Die beiden Mischungen werden oft verwechselt, weil beide rot sind und Chili enthalten. Der Unterschied ist aber deutlich. Berbere ist eine komplexe Mischung aus vielen Gewürzen, die vor allem Eintöpfen Farbe, Tiefe und eine mittlere Schärfe gibt. Mitmita ist einfacher aufgebaut, viel schärfer und wird eher am Tisch verwendet als im Topf. Man könnte sagen: Berbere ist die Grundlage, Mitmita die Würze für Mutige. Wie Berbere zusammengesetzt ist, erklärt der Glossarbeitrag Berbere, ein Rezept steht auf der Seite Berbere selbst mischen.
Ein dritter Begriff taucht in diesem Zusammenhang oft auf: Awaze. Das ist keine trockene Mischung, sondern eine Paste aus Berbere und Flüssigkeit, die als Dip gereicht wird. Mehr dazu steht unter Awaze.
Vorsichtig probieren
Wer Mitmita zum ersten Mal probiert sollte klein anfangen. Am einfachsten tupfst du mit dem finger oder einem Stück Injera ein wenig Pulver auf und probierst es zusammen mit einem Bissen Essen. Pur gegessen ist Mitmita für viele zu scharf. Wenn es brennt, hilft ein Glas wasser wenig. Besser sind Joghurt, frischer Käse oder ein Stück Injera, die die Schärfe binden.
In äthiopischen Restaurants in Deutschland kannst du ruhig nach Mitmita fragen, wenn du es schärfer magst. Umgekehrt ist es kein Problem, darum zu bitten, dass dein Kitfo ohne Mitmita angerichtet wird. Die meisten Küchen sind auf beide Wünsche eingestellt. Eine Übersicht über weitere Würzen gibt die Seite Äthiopische Gewürze.
Kaufen und selbst mischen
In Äthiopien wird Mitmita auf dem markt lose verkauft, oft in kleinen Tüten. In Deutschland bekommst du es in afrikanischen Lebensmittelläden und im Versandhandel. Eine kleine dose reicht lange, denn du brauchst wenig. Gut verschlossen und dunkel aufbewahrt hält es mehrere Monate.
Wer es selbst mischen möchte braucht getrocknete Bird’s-Eye-Chilis, Korarima oder grünen Kardamom und Salz. Ein einfaches Verhältnis sind zwei Teile Chili, ein Teil Kardamomsamen und ein halber Teil Salz, dazu nach Belieben eine Nelke. Die Chilis kurz trocken rösten, abkühlen lassen und alles fein mahlen. Dabei lohnt sich ein offenes Fenster, denn der Staub reizt Augen und Nase. Mehr über den äthiopischen Kardamom steht unter Korarima.
Der Name
Das Wort Mitmita bezeichnet im Amharischen sowohl die scharfe Chilisorte als auch die daraus gemischte Würze. Auf Speisekarten in Deutschland findest du verschiedene Schreibweisen, etwa Mitmitta oder Mit-mita. Gemeint ist immer dasselbe. Manchmal steht auf der Karte auch einfach „extra scharf“, wenn ein Gericht mit Mitmita gewürzt ist. Im Zweifel fragst du nach, bevor du bestellst. Weitere Wörter, die dir beim Bestellen begegnen, erklärt die Seite Amharisch auf der Speisekarte, weitere Begriffe sammelt das Äthiopien-Glossar.
Häufige Fragen
Ist Mitmita schärfer als Berbere?
Ja, deutlich. Mitmita besteht vor allem aus kleinen, sehr scharfen Chilis, Berbere ist milder und komplexer gewürzt.
Wozu isst man Mitmita?
Vor allem zu Kitfo und anderen Fleischgerichten, oft als Würze am Tisch, von der sich jeder selbst nimmt.
Kann man Mitmita durch Chiliflocken ersetzen?
Nur teilweise. Die Schärfe kommt hin, aber es fehlt das blumige Aroma von Korarima. Mit etwas zerstoßenem Kardamom und einer Prise Salz kommst du näher an das Original heran.
Quellen
- Encyclopaedia Aethiopica, Artikel Spices und Food
- Thomas Leiper Kane: Amharic-English Dictionary, Wiesbaden 1990, Eintrag zu ሚጥሚጣ
- Ethiopian Institute of Agricultural Research: Informationen zu Gewürzpflanzen
Stand der Angaben: 3. November 2026



