Auf einen Blick
- Schreibung
- አዋዜ
- Auch geschrieben
- Awazé, Awaze Sauce, Awazi
- Was es ist
- Würzpaste auf Basis von Berbere
- Typische Zutaten
- Berbere, Öl, Flüssigkeit wie Tej, Wein oder Wasser
- Konsistenz
- dick, glänzend, streichfähig
- Verwendung
- Dip zu Fleisch, Marinade, Würze für Tibs
- Schärfe
- mittel bis scharf
Was Awaze ist
Awaze, auf Amharisch አዋዜ, ist eine Würzpaste aus Berbere und Flüssigkeit. Das trockene Gewürzpulver wird mit Öl und einer Flüssigkeit zu einer dicken, glänzenden Masse angerührt, die an eine scharfe Senfpaste erinnert. Je nach Haus kommt dafür Tej, der Honigwein, Tella, Rotwein, Zitronensaft oder einfach Wasser zum Einsatz. Oft gehören auch Knoblauch, Ingwer und etwas Salz dazu. Was in die Paste kommt unterscheidet sich von Familie zu Familie.
Durch die Flüssigkeit verändert sich der Geschmack des Berbere. Er wird runder, die Schärfe tritt deutlicher hervor, und je nach Zutat kommt eine leichte Süße oder Säure dazu. Deshalb ist Awaze mehr als nur angerührtes Gewürz. Was die Grundmischung ausmacht, erklärt der Glossarbeitrag Berbere.
Wie Awaze verwendet wird
Am häufigsten begegnet dir Awaze als Dip. Es steht in einem kleinen Schälchen neben gebratenem oder gegrilltem Fleisch, und jeder tunkt seinen Bissen nach Geschmack hinein. Besonders zu rohem Fleisch, das bei Festen in Äthiopien gegessen wird, gehört Awaze fest dazu. Wer Awaze im Restaurant bekommt kann es einfach mit einem Stück Injera aufnehmen und probieren, wie viel ihm schmeckt.
Außerdem dient Awaze als Marinade und als Würze beim Braten. Wenn auf der Karte Awaze Tibs steht ist das Fleisch mit der Paste gebraten worden und entsprechend kräftig und scharf. Mehr über gebratene Gerichte steht im Glossar unter Tibs, ein Rezept mit einem schnellen Awaze-Dip findest du auf der Seite Tibs aus der Pfanne.
Awaze, Berbere und Mitmita
Die drei Begriffe hängen eng zusammen, meinen aber Verschiedenes. Berbere ist die trockene Gewürzmischung, die vor allem in Eintöpfen landet. Mitmita ist ein noch schärferes Pulver, das meist am Tisch zum Nachwürzen bereitsteht. Awaze schließlich ist eine feuchte Paste aus Berbere, die als Dip oder Marinade dient. Mehr zur scharfen Pulvermischung steht unter Mitmita.
Gelegentlich findest du auch fertiges Awaze in Gläsern, etwa in afrikanischen Lebensmittelläden. Diese Produkte sind praktisch, schmecken aber oft anders als frisch angerührte Paste, weil sie haltbar gemacht wurden.
Awaze selbst anrühren
Weil die Paste schnell gemacht ist lohnt es sich, sie frisch anzurühren. Für ein kleines schälchen verrührst du zwei Esslöffel Berbere mit zwei Esslöffeln Öl, einem Esslöffel Zitronensaft, einer fein geriebenen Knoblauchzehe und einer Prise Salz. Dann gibst du nach und nach ein paar tropfen Flüssigkeit dazu, bis eine glatte, dicke Paste entsteht. Klassisch ist ein Schuss Tej oder trockener Rotwein. Wer keinen Alkohol trinkt nimmt Wasser und einen spritzer Zitrone mehr. Danach sollte die Paste zehn Minuten ziehen.
Awaze hält sich in einem kleinen Glas im Kühlschrank einige Tage. Wenn sich Öl an der Oberfläche absetzt, einfach umrühren. Ein Glas davon ist auch für eine grillparty eine gute Idee, denn es passt nicht nur zu äthiopischen Gerichten, sondern auch zu Würstchen, Hähnchen oder zu gegrilltem gemüse.
Am Tisch
Awaze ist eine Einladung, nicht eine Pflicht. Niemand erwartet, dass du davon nimmst. Wer es scharf mag, freut sich über das Schälchen, wer es mild mag, lässt es stehen. Wenn du unsicher bist, probier zuerst eine kleine Menge zusammen mit Injera und Fleisch. Zu viel auf einmal kann überraschen. Weitere Hinweise zum Essen am Tisch stehen auf der Seite Gastfreundschaft und Etikette, weitere Begriffe sammelt das Äthiopien-Glossar.
Awaze im Restaurant
In äthiopischen und eritreischen Restaurants in Deutschland bekommst du Awaze oft ungefragt zu Fleischgerichten. Manchmal steht es auch auf der Karte, als Beilage oder als Zusatz bei einem Gericht. Wenn du es nicht siehst, kannst du einfach danach fragen. Viele Küchen haben es vorrätig. Umgekehrt kannst du bitten, dass dein Essen ohne Awaze gebraten wird, wenn du es milder magst.
Gut passt Awaze zu gebratenem Rind und Lamm, zu gegrilltem Hähnchen und zu Eiern. Zu den vegetarischen Gerichten einer Fastenplatte wird es seltener gereicht, schmeckt aber auch dort, etwa zu gebratenen Pilzen. Ein kleiner Löffel auf einem Stück Injera reicht für den Anfang. Wie du die Gerichte einer Platte richtig isst, beschreibt die Seite Äthiopisch essen zum ersten Mal. Und wenn du ein Lokal in deiner Nähe suchst, hilft das Verzeichnis äthiopischer Restaurants.
Häufige Fragen
Ist Awaze dasselbe wie Berbere?
Nein. Berbere ist das trockene Gewürz, Awaze eine daraus angerührte Paste mit Öl und Flüssigkeit.
Enthält Awaze Alkohol?
Manchmal, wenn Tej, Tella oder Wein verwendet wird. Es gibt aber auch Varianten nur mit Wasser und Zitronensaft. Im Restaurant hilft eine kurze Nachfrage.
Wie lange hält selbst gemachtes Awaze?
In einem sauberen, verschlossenen Glas im Kühlschrank einige Tage. Mit Zitronensaft und einer Schicht Öl obendrauf hält es etwas länger. Riecht es säuerlich oder gärig, solltest du es wegwerfen.
Quellen
- Encyclopaedia Aethiopica, Artikel Bärbäre und Food
- Thomas Leiper Kane: Amharic-English Dictionary, Wiesbaden 1990, Eintrag zu አዋዜ
Stand der Angaben: 3. November 2026



