Auf einen Blick
- Schreibung
- ጀበና
- Auch geschrieben
- Jabana, Jebenah
- Was es ist
- bauchige Kaffeekanne mit langem Hals
- Material
- meist schwarzer Ton
- Verwendung
- Kaffee aufkochen und ausschenken
- Nicht verwechseln mit
- der Kaffeezeremonie als Ganzes
Was eine Jebena ist
Die Jebena, auf Amharisch ጀበና, ist eine Kaffeekanne, meist aus Ton. In ihr wird gemahlener Kaffee mit Wasser aufgekocht und anschließend ausgeschenkt. Sie gehört in Äthiopien und Eritrea zu fast jedem Haushalt. Wer eine Jebena zum ersten Mal in der Hand hält ist oft überrascht, wie leicht sie ist und wie dünn ihre Wände sind.
Die Jebena ist ein Gefäß, keine Zeremonie. Im Alltag werden beide Begriffe oft in einem Atemzug genannt, und auf Bildern sieht man selten das eine ohne das andere. Trotzdem lohnt es sich, sie auseinanderzuhalten. Die Kaffeezeremonie umfasst das Rösten, Mahlen, Aufkochen, Ausschenken und die drei Runden, in denen getrunken wird. Die Jebena ist darin das wichtigste Werkzeug. Wie die Zeremonie insgesamt abläuft, beschreibt die Seite Kaffee und Kaffeezeremonie.
Form und Aufbau
Eine klassische Jebena hat einen runden bauch, auf dem sie steht oder liegt, einen langen, schmalen Hals und einen Henkel, der Hals und Bauch verbindet. Seitlich sitzt ein kurzer Ausguss, aus dem der Kaffee in die Tassen fließt. Die Öffnung oben am Hals dient zum Befüllen.
Weil der Bauch rund ist, steht eine Jebena nicht von allein. Sie wird auf einen kleinen Ring gesetzt, oft aus Stroh, Gras oder Stoff, oder in eine passende Halterung. Damit der Kaffeesatz in der Kanne bleibt steckt im Hals oder im Ausguss häufig ein Pfropfen aus Pflanzenfasern oder aus rosshaar. Er wirkt wie ein einfacher Filter. Was die Jebena von einer gewöhnlichen Kanne unterscheidet ist also nicht nur die Form, sondern auch diese kleine, praktische Lösung.
Material und Herstellung
Die meisten Jebena bestehen aus Ton, häufig aus dunklem, fast schwarzem Ton. Hergestellt werden sie in vielen Regionen von Töpferinnen und Töpfern, oft in Familienbetrieben, die das Handwerk über Generationen weitergeben. Kleine töpferwerkstätten verkaufen ihre Kannen auf Märkten oder an Händler in den Städten. Nach dem Formen werden die Kannen getrocknet und gebrannt. Manche werden poliert oder mit einfachen Mustern verziert.
Daneben gibt es Jebena aus Metall, vor allem für den Gebrauch auf dem Herd, und inzwischen auch elektrische Varianten. Viele Menschen schwören aber auf Ton, weil sich der Kaffee darin langsam und gleichmäßig erhitzt. Ob das den Geschmack verändert, ist Ansichtssache, für die Atmosphäre macht es auf jeden Fall einen Unterschied. Mehr zu Töpferei und anderen Handwerken steht auf der Seite Kunst und Handwerk.
Unterschiedliche Formen
Nicht jede Jebena sieht gleich aus. Je nach Region und Werkstatt unterscheiden sich Größe, Halslänge, Form des Bauchs und Verzierungen. Es gibt kleine Kannen für zwei oder drei Tassen und große für viele Gäste. Manche Formen gelten als typisch für bestimmte Gegenden. Auch in Eritrea ist die Jebena verbreitet, dort oft in eigenen regionalen Varianten. Eine einzige richtige Form gibt es nicht.
Die Rolle im Ritual
Bei der Kaffeezeremonie wird die Jebena mit Wasser gefüllt und auf ein kleines Holzkohlebecken oder den Herd gestellt. Sobald das Wasser kocht kommt der frisch gemahlene Kaffee hinein, oft mit einem Trichter. Dann wird die Mischung noch einmal aufgekocht. Die Kanne wird kurz zur Seite gestellt, damit sich der Kaffeesatz setzen kann. Anschließend gießt die Gastgeberin den Kaffee in einem ruhigen, langen Strahl aus einiger Höhe in die kleinen Tassen, ohne abzusetzen. Das braucht Übung.
Die Tassen stehen dabei oft auf einem kleinen Tisch oder Tablett, auf Amharisch Rekebot genannt. Das holzgestell ist manchmal kunstvoll geschnitzt. Gegessen wird vorher oft am geflochtenen Korbtisch, der im Glossar unter Mesob steht. Für die zweite und dritte Runde wird Wasser nachgefüllt und erneut aufgekocht. Zum Wort für Kaffee und seinem sozialen Gewicht steht mehr im Glossar unter Buna.
Eine Jebena kaufen und pflegen
Wenn du eine Jebena kaufen möchtest findest du sie in Deutschland in afrikanischen Lebensmittelläden, bei Händlern für äthiopische Produkte und im Versandhandel. In Äthiopien gibt es sie auf fast jedem Markt. Für den Rückflug sollte die Kanne gut verpackt im Handgepäck reisen, denn Ton zerbricht leicht. Neue Kannen sind nicht immer dicht. Prüf sie vor dem ersten Gebrauch mit Wasser. Zum Reinigen genügt warmes Wasser. Spülmittel solltest du meiden, weil der Ton Gerüche annehmen kann. Trockne die Kanne mit einem weichen tuch ab und lass sie offen trocknen. Weitere Begriffe sammelt das Äthiopien-Glossar.
Häufige Fragen
Kann ich eine Jebena auf dem Herd benutzen?
Viele Tonkannen vertragen Gas oder Holzkohle. Auf Ceran oder Induktion funktionieren sie meist nicht, dort ist eine Metallkanne praktischer.
Ist Jebena das Gleiche wie Kaffeezeremonie?
Nein. Die Jebena ist die Kanne, die Zeremonie das gesamte Ritual rund um den Kaffee.
Quellen
- Encyclopaedia Aethiopica, Artikel Coffee und Keramik
- UNESCO: Ethiopia, home of coffee
- Thomas Leiper Kane: Amharic-English Dictionary, Wiesbaden 1990, Eintrag zu ጀበና
Stand der Angaben: 3. November 2026




