Auf einen Blick
- Schreibung
- ቡና
- Auch geschrieben
- Bunna, Bunaa
- Amharisch
- Buna
- Afaan Oromo
- Buna oder Bunaa
- Tigrinya
- Bun
- Im Alltag auch
- Einladung zum Zusammensitzen
Das Wort Buna
Buna, auf Amharisch ቡና, heißt Kaffee. Es bezeichnet die Pflanze, die Bohnen und das Getränk gleichermaßen. In Afaan Oromo, der meistgesprochenen Sprache des Landes, heißt Kaffee ebenfalls Buna oder Bunaa. In Tigrinya sagt man Bun. Auch in vielen anderen Sprachen Äthiopiens gibt es ähnlich klingende Wörter.
Im Alltag reicht die Bedeutung aber weiter. „Buna tetu“ bedeutet ungefähr „Trinkt Kaffee“ und ist eine gängige Einladung an Nachbarn, Freunde oder Gäste. Gemeint ist selten nur eine kleine tasse, sondern das Zusammensitzen, das dazugehört. Wer „komm auf einen Buna“ sagt, lädt also zu einer Stunde Gespräch ein, nicht zu einem schnellen Espresso.
Buna als soziales Ereignis
In vielen äthiopischen Haushalten wird mehrmals am Tag Kaffee gekocht, oft am Morgen, am Mittag und am Nachmittag. Wenn Nachbarinnen zusammensitzen wird erzählt, beraten und gelacht. Man spricht über Familie, Arbeit, Nachrichten und über das wetter. Bei Buna werden Neuigkeiten ausgetauscht, Streit geschlichtet und Pläne geschmiedet. Für viele ist die Kaffeerunde ein fester Ort, an dem das soziale Leben eines Viertels zusammenläuft.
Wer zu Buna eingeladen wird sollte Zeit mitbringen. Es gilt als höflich, nicht nach der ersten Tasse aufzustehen. Wer ablehnt sagt das freundlich und erklärt kurz, warum. Eine Einladung zum Kaffee abzulehnen ist kein Affront, aber es ist schön, wenn du sie annimmst. Wie die Kaffeezeremonie selbst abläuft, mit Rösten, Mahlen und drei Runden, beschreibt die Seite Kaffee und Kaffeezeremonie. Das Gefäß, in dem der Kaffee aufgekocht wird, stellt der Glossareintrag Jebena vor.
Kaffee im Alltag der Städte
Neben dem Kaffee zu Hause gibt es in Städten unzählige Cafés und kleine Kaffeestände. Die Kaffeehäuser heißen Buna Bet, also Kaffeehaus. Dort wird Kaffee schnell im Stehen oder auf kleinen Hockern getrunken, oft in der arbeitspause. Viele kleine Stände am Straßenrand bieten Kaffee nach der traditionellen Art an, mit Jebena und Holzkohle.
In Addis Abeba hat die italienische Besatzungszeit Spuren hinterlassen: Espressomaschinen sind weit verbreitet. Was in Addis Abeba als Macchiato bestellt wird ist meist ein kleiner Espresso mit aufgeschäumter Milch in einem Glas. Er gehört zu den beliebtesten Getränken der Stadt. Daneben gibt es Kaffee mit Gewürzen wie Kardamom, Zimt oder Nelken, je nach Haus und Gegend.
Woher das Wort Kaffee kommt
Äthiopien gilt als Ursprungsland des Arabica-Kaffees. Wilde Kaffeepflanzen wachsen bis heute in den Bergwäldern im Südwesten, etwa in der region Kaffa. Woher das deutsche Wort Kaffee stammt ist trotzdem nicht ganz eindeutig. Die gängige Herleitung führt über das Türkische zum arabischen Wort qahwa. Daneben gibt es die Vermutung, dass der Name der Region Kaffa eine Rolle gespielt hat. Für diese zweite Herleitung gibt es aber keine sicheren Belege. Auch die Geschichte vom Hirten Kaldi, dessen Ziegen nach dem Fressen von Kaffeekirschen munter wurden, ist eine Legende und keine überlieferte Tatsache.
Regionale Bräuche
Nicht überall wird Kaffee auf die gleiche Weise getrunken. Bei den Oromo gibt es den Brauch Buna Qalaa, bei dem geröstete bohnen in Butter gebraten und bei bestimmten Anlässen und Ritualen gegessen werden. In der Gegend von Harar wird aus getrockneten Kaffeeblättern ein Aufguss zubereitet, der Kuti genannt wird. In manchen Regionen kommt Salz oder Butter in den Kaffee statt Zucker. Diese Vielfalt zeigt, dass Kaffee in Äthiopien weit mehr ist als ein Getränk aus Bohnen. Ein zweites traditionelles Getränk mit eigener Geselligkeit ist der Honigwein Tej.
Auch die Sprache rund um den Kaffee ist reich. Die drei Runden der Zeremonie haben eigene Namen, und viele Redewendungen drehen sich um das gemeinsame Kaffeetrinken. Wer bei Freunden länger nicht vorbeigeschaut hat, hört schon mal einen Vorwurf, dass man sich nicht einmal mehr zum Kaffee sieht. Für viele Menschen in der Diaspora ist eine Tasse äthiopischer Kaffee deshalb ein Stück Heimat, und in vielen Gemeinden in Deutschland gehört Buna zu jedem Treffen, jedem Fest und jeder Trauerfeier.
Ein Land, das selbst Kaffee trinkt
Äthiopien ist der größte Kaffeeproduzent Afrikas. Kaffee ist eines der wichtigsten Exportgüter des Landes und sichert vielen Millionen Menschen ein Einkommen, vor allem kleinen Bauernfamilien. Anders als viele andere Erzeugerländer trinkt Äthiopien aber auch selbst einen großen Teil seiner Ernte. Nach Schätzungen bleibt etwa die Hälfte im Land. Wie Kaffee im Süden unter Schattenbäumen wächst, zeigt die Seite über die Kulturlandschaft der Gedeo. Weitere Begriffe sammelt das Äthiopien-Glossar.
Häufige Fragen
Was heißt Buna?
Buna ist das amharische Wort für Kaffee. Im Alltag meint es oft auch die Einladung zum Zusammensitzen.
Kommt das Wort Kaffee von Kaffa?
Das ist nicht belegt. Die gängige Herleitung führt über das Türkische zum arabischen qahwa.
Quellen
- UNESCO: Ethiopia, home of coffee
- Encyclopaedia Aethiopica, Artikel Coffee und Kaffa
- International Coffee Organization: Länderdaten zu Produktion und Inlandsverbrauch Äthiopiens
- Duden, Herkunftswörterbuch: Eintrag Kaffee
Stand der Angaben: 3. November 2026




